Presse-Information vom 17.06.2009
Sonntagsreden helfen dem Mittelstand nicht
Steigende Arbeitslosigkeit nicht unterschätzen
Berlin. "Die steigende Arbeitslosigkeit wird in den nächsten Jahren zu einem großen Problem werden. Da nutzt es wenig, wenn sich die Politik auf die Rettung von Großbetrieben konzentriert. Der Mittelstand stellt fast 80 Prozent aller Arbeitsplätze in Deutschland. Wenn ein großer Konzern insolvent wird, ist das bedauerlich. Gehen zehntausende Kleinbetriebe pleite, ist das eine Katastrophe. Die Zeit für Sonntagsreden über den Mittelstand ist vorbei - jetzt heißt es handeln", sagte heute der Präsident des Bundesverbandes der Selbständigen, Günther Hieber.
Er betonte, dass die Rahmenbedingungen für kleine und mittlere Betriebe nicht stimmen. Das zeige sich nun in der Krise umso deutlicher. Zu hohe Belastungen durch Steuern und Sozialabgaben erdrücken vor allem die Leistungsträger, die Mittelschicht. Die Bürokratie in fast allen Bereichen - vom komplexen Arbeitsrecht bis zu simplen Genehmigungen - hemmen unternehmerisches Engagement. Mangelnde Kreditversorgung bedroht ganz akut tausende Kleinbetriebe in ihrer Existenz, so der Verbandschef.
"Es knirscht derzeit gewaltig im Gebälk. Nur ein Beispiel: Deutsche Mittelständler haben zu wenig Eigenkapital. Das ist vor allem Ergebnis einer verfehlten Steuerpolitik der letzten Jahrzehnte. Gewinne, die im Unternehmen verbleiben, sollten steuerfrei sein, bis sie ausgeschüttet werden. So war es bis Ende der 50er Jahre. Dadurch entsteht eine hohe Eigenkapitalquote, die in schwierigen Zeiten wie jetzt die Finanzierung enorm erleichtert", so Hieber.
"Deutschland kann diese Krise meistern - mit starken kleinen und großen Unternehmen. Es ist allerdings fünf vor zwölf. Auf dringend nötige Reformen können wir nicht mehr lange warten", so Hieber abschließend.
Kontakt:
Ralf-Michael Löttgen, Tel. 030/ 2804-9120
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