Presse-Information vom 03.06.2009
KfW-Aktivitäten reichen nicht aus
Kreditklemme wird noch immer unterschätzt
Berlin. "Das Kredit- und Bürgschaftsprogramm der Bundesregierung ist ein erster Schritt, reicht aber nicht aus. Es ist gut, dass die Bundeskanzlerin dies nun erkannt hat. Sie sollte schnell dafür sorgen, dass die bundeseigene KfW-Bank in die Lage versetzt wird, auch kleinen Betrieben schnell und unbürokratisch zu helfen. Sinnvoll wären etwa Kredite an Factoringunternehmen, die durch staatliche Ausfallbürgschaften hinterlegt sind. Die jetzigen Instrumente der KfW sind zu kompliziert und mit hohen Hürden behaftet. Die Finanzierungssituation insbesondere der kleinen Unternehmen wird sich in den nächsten Monaten weiter verschärfen." Das erwartet der Präsident des Bundesverbandes der Selbständigen, Günther Hieber.
Schon seit Jahreswechsel warnt der Verband auf Basis seiner Mitgliederumfragen vor einer Kreditklemme der Kleinunternehmen, die nun auch eine aktuelle Studie der KfW-Unternehmensberatung sieht.
"Um nicht noch weiter zu beunruhigen sprechen die Autoren zwar bewusst nicht von einer 'flächendeckenden Kreditklemme'. Aber da liegt die Betonung auf 'flächendeckend'. Das heißt, dass es in zahlreichen Bereichen tatsächlich eine Kreditklemme gibt. Wenn man sich die Zahlen genau anschaut, dann klagen 40 Prozent der Kleinbetriebe und sogar über 42 Prozent der Einzelunternehmen über einen verschlechterten Kreditzugang. Wenn man bedenkt, dass rund 90 Prozent alle Unternehmen zu dieser Größenklasse gehören, dann ist die Fläche schon recht bedeckt", rechnet Hieber vor. "Problematisch ist, dass viele der Kleinbetriebe überhaupt keinen Kredit erhalten und nicht nur wie die größeren Mittelständler zu schlechteren Konditionen", so Hieber. Der BDS hatte mehrfach kritisiert, dass die Banken die Senkung der Leitzinsen gar nicht oder nur in sehr geringem Maß an die Unternehmen weitergeben (Pressemitteilung vom 29. Januar 2009).
Sorge bereitet dem Verband auch, dass die derzeitige Situation einen möglichen Aufschwung blockieren könnte. Da viele Unternehmen Investitionen zurzeit zurückgestellt haben, ist die Nachfrage ohnehin eher gering. "Damit es aber wirklich aufwärts gehen kann, müssten die Unternehmen investieren und gerade dafür brauchen sie Kredite", so Hieber abschließend."
Kontakt:
Ralf-Michael Löttgen, Tel. 030/ 2804-9120
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