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Presse-Information vom 15.01.2009

Konjunkturpaket ist ein Sammelsurium
Lage im Mittelstand noch stabil - Erwartungen skeptisch
 

Berlin. „Das Konjunkturpaket der Bundesregierung ist ein buntes Sammelsurium. Es ist zwar löblich, dass man Geld in die Hand nimmt, allerdings wäre eine Absenkung der Steuern und Abgaben durch ein oder zwei Maßnahmen besser gewesen. So ist der Gesamtbetrag mit 50 Mrd. Euro hoch, beim einzelnen Bürger kommt aber zu wenig an. Trotz allen Aktionismus bleibt der Eindruck, dass die Politik der Krise hinterher läuft“, erklärte der Präsident des Bundesverbandes der Selbständigen (BDS), Günther Hieber, heute in Berlin.

„Die Förderung einzelner Branchen ist nicht zielführend. Die Entlastungen für Steuer- und Abgabenzahler kommen teilweise erst im Sommer – rechtzeitig zur Wahl. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Es wäre einfacher und effektiver, den Tarifverlauf im Steuersystem abzuflachen und die Lohnzusatzkosten zu senken. Eine Absenkung der  Umsatzsteuer um 4 Prozentpunkte wäre konjunkturpolitisch sinnvoll und würde  allen Branchen etwas bringen“, so Hieber.

Aktuelle Umfrage

Die Selbständigen bewerten die eigene derzeitige Wirtschaftslage überwiegend stabil, blicken jedoch skeptisch ins erste Halbjahr 2009. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage, die der Landesverband Baden-Württemberg des BDS federführend unter 1052 Mitgliedern durchgeführt hat.

Der Umfrage zu Folge bewerten rund 29 Prozent der befragten Unternehmen ihre derzeitige Geschäftslage als gut. 48 Prozent sind immerhin zufrieden, rund 23 Prozent der Unternehmen bezeichnen ihre aktuelle Geschäftslage als schlecht. Damit überwiegt bisher immer noch der Anteil derjenigen Unternehmen, die mit der aktuellen Geschäftsentwicklung zufrieden sind.

Deutlich schlechter sind jedoch die Aussichten für das erste Halbjahr 2009. Hier erwarten nur noch 19 Prozent eine gute Geschäftsentwicklung. Dem stehen 38 Prozent der Befragten gegenüber, die schlechte Erwartungen in die erste Jahreshälfte haben. 43 Prozent erwarten einen befriedigenden Verlauf für 2009.

Das halbjährlich erstellte BDS-Mittelstandsbarometer, das die aktuelle Geschäftslage und die Geschäftserwartungen der Mittelständler zusammenfasst, ist insgesamt deutlich von „plus 4,9“ auf „minus 6,7“ Punkte gefallen. Es liegt damit erstmals nach drei Jahren wieder im negativen Bereich.

 
„Die Aussichten sind auch für den Mittelstand nicht erfreulich, aber wir müssen aufpassen, dass wir die Situation nicht schlechter machen, als sie tatsächlich ist“, kommentierte BDS-Präsident Günther Hieber die Ergebnisse.

„Wir dürfen uns die Realität nicht schön reden. Aber wir sollten die Lage auch nicht so schlecht reden, dass wirklich das Schlimmste eintritt im Sinne einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung“, warnte Hieber. Wichtig für viele Mittelständler sei neben Entlastungen bei Steuern und Abgaben, dass ihnen die Banken nicht den Geldhahn zudrehen. „Genau dafür gibt es das Bankenrettungspaket und diese Liquidität müssen die Banken auch an die Unternehmen weitergeben“, forderte er.
 

Die ausführlichen Ergebnisse der Umfrage, detaillierte Informationen und weitere Grafiken stellen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
 


Kontakt:
Ralf-Michael Löttgen, Tel. 030/ 2804-9120
Wolfgang Becker, Tel. 0711-95 46 68 14

 

 
  
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